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Von Idealisten und Dieben

Von Idealisten und Dieben

Das Leben erweist sich manchmal als harte Nuss. Für viele jedenfalls. Manche machen aus der Not eine Tugend und ändern ihr Leben. So anno 1902 August Engelhardt. Der kaufte sich eine Kokosplantage auf der Insel Kabakon, die zum heutigen Papua-Neuguinea gehört. Dort ließ er sämtliche Hüllen fallen, frönte dem Naturalismus und ernährte sich ausschließlich vegetarisch. Seine Hauptnahrung stellten Kokosnüsse dar, die er für die wertvollsten Lebensmittel überhaupt hielt, weil sie der Sonne am nächsten wüchsen. So eine Kokospalme bringt es im Schnitt auf 20 bis 25 m Höhe. Außerdem vermutete er, der ständige Verzehr von Kokosnüssen führe zur Unsterblichkeit. Seine Philosophie wurde Kokovorismus genannt und nahm beinahe religiöse Züge an, die ihm eine Anhängerschaft von rund 30 Leuten einbrachte. Meist mehr oder weniger wohlhabende, zivilisationsmüde Deutsche, die sich „Sonnenorden“ nannten. Eine der grundlegenden Thesen Engelhardts besagte, der wertvollste Teil des Menschen sei das Gehirn, da es der Sonne am nächsten sei. Seine Energie bezöge das Organ nicht aus dem schmutzigen Verdauungstrakt, der überdies auch noch unten am Körper sein Unwesen triebe, sondern aus den Haarwurzeln, die ihrerseits vom Sonnenlicht genährt würden. So absurd uns diese Überlegungen heute erscheinen, Engelhardt fand, ähnlich einem Phänomen der 1970er Jahre, auch intellektuelle Anhänger, wie etwa Max Lützow, ein damals erfolgreicher und geachteter Musiker. Im Laufe der Zeit starben die Mitglieder des Sonnenordens an allen möglichen Krankheiten, die unter anderem den ziemlich extremen Ernährungsgewohnheiten geschuldet waren, oder sie kehrten der Südsee den Rücken. Merke: wer sich ausschließlich von Kokosfleisch ernährt, hat bald ein Problem. Selbst, wenn die Kokosnüsse (bei denen es sich im übrigen nicht um Nüsse, sondern um Steinfrüchte handelt) aus ökologisch einwandfreier Produktion stammen. Aber lecker ist das Fruchtfleisch schon und vielseitig verwendbar. Das findet auch Birgus latro, der „Palmendieb“. Der ist ein Krebs aus der Familie der Landeinsiedlerkrebse und gilt als das größte landbewohnende Krebstier überhaupt. Der Palmendieb ist kräftig und öffnet mühelos Kokosnüsse. Wie er das genau anstellt, darüber wissen Zoologen Bescheid.

 

Aber mit Sicherheit gelingt es ihm auf nicht weniger elegante Art und Weise, wie wir den Kokosnüssen zu Leibe rücken. Wir gehen erst mal her und stechen der Nuss die Augen aus. Um an das Kokoswasser zu kommen. „Kokosmilch“ ist ein Erzeugnis aus Kokoswasser und dem Fruchtfleisch der harten Nuss, das in der Natur so nicht vorkommt. Hat die Kokosnuss ihr Wasser gelassen, greifen wir zum Hammer und schlagen leicht auf die Oberseite der Kokosnuss, dort, wo wir uns erhoffen, dass sich die Schale teilen möge. Und zwar ein- bis dreimal um die Nuss herum. Ist sie dann geöffnet, können wir uns am Fett-, Eiweiß- und Vitamingehalt der Frucht gütlich tun. Die Fette der Kokosnuss sind überwiegend gesättigte Fettsäuren. Darunter finden wir die antibakteriell wirkende Laurinsäure. Sie allein macht mehr als die Hälfte aller Fette der Kokosnuss aus. Diese Substanzen sind kurzkettige Säuren, die am besten verdaulichen unter den gesättigten Fetten. Aber wir sollten nicht vergessen, uns ausgewogen zu ernähren und das Kokosfleisch mit anderen Lebensmitteln zu kombinieren, gell? Ach, und was aus dem Herrn Engelhardt geworden ist? Der galt seinen Zeitgenossen als geisteskrank. Trotzdem widmete er sich dem Studium von Heilpflanzen und der Homöopathie und verstarb 1919 unter ungeklärten Umständen. Bestellen Sie bei uns Kokosnüsse, je nach Verfügbarkeit aus der Dominikanischen Republik oder der Elfenbeinküste.

Dramatisch

Der Streik der Fuhrleute und anderer Berufsgruppen in Italien führte mittlerweile zu einem Drama: riesige Mengen an Gemüse und Obst konnten nicht geerntet werden oder mussten bereits vernichtet werden. Das wirkt sich auch auf die Exporte der anderen Mittelmeeranrainer aus, denn was mit dem Schiff übers Mittelmeer kommt, wird meistens in Italien angelandet. Und da geht es meistens nicht weiter. Die Nachfrage bei einigen Produkten ist gar nicht mehr zu bedienen, die Preise schnellen in die Höhe. Wir tun unser Möglichstes, um Ihre Wünsche auch weiterhin erfüllen zu können.