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Austernpilze, Wirsing

Austernpilze

Mit der namensgebenden Muschel hat der beliebte Austernpilz nichts zu tun. Seine Farbe bescherte ihm den Namen. „Auster“ leitet sich vom griechischen „ostrakon“ her, was für („Eier-)Schale“ oder „Tonscherbe“ steht. Tonscherben waren in der Antike das preiswerteste Speichermedium. Auf ihnen wurde eingeritzt, was den Leuten wichtig erschien. Ostrakismos wurde ein Verfahren genannt, mit dem unliebsame Zeitgenossen aus dem öffentlichen Leben entfernt werden konnten. Auf dem Ostrakon, der Tonscherbe, ritzten die Athener den Namen einer Person ein, die sie loswerden wollten. Die Scherben wurden eingesammelt und wie bei jeder Wahl erfolgte am Ende die Auszählung. „Gewinner“ war, wer die meisten Stimmen auf sich vereinigte. Es erfolgte dann die Verbannung, eine Praxis, die auch heute durchaus adäquat auf die Entfernung von Strolchen aus höchsten Ämtern anwendbar wäre. Bei dem Vorgehen handelte es sich um das sogen. „Scherbengericht“. Doch zurück zum Pilz. Pilze bilden neben Pflanzen und Tieren ein eigenständiges Reich und umfassen z.B. Hefen, Schimmel- und Ständerpilze. Der größte bekannte Pilz ist ein Hallimasch. Ein Ami aus Oregon mit einer Ausdehnung von fast 900 Hektar – diese Fläche nimmt das unterirdische Myzel (der eigentliche Pilz) ein. Die auf dem Boden sichtbaren Fruchtkörper dagegen lassen von der Größe nichts ahnen. Austernpilze dieser Größenordnung sind jedoch nicht bekannt. Pleurotus ostreatus, der Austernpilz, zählt neben Champignon und Shiitake zu den wichtigsten Speisepilzen in Deutschland. Er ist auch als „Austernseitling“ oder „Kalbfleischpilz“ bekannt. Der Austernpilz hat einen glatten braunen Hut, manchmal trägt er aber auch modisch-dezent schiefergrau. Obwohl er zu den Raubpilzen gehört, müssen wir uns vor ihm nicht fürchten. Seine Opfer sind Fadenwürmer, die er mit seinen klebrigen Fangorganen festhält und anschließend mit einem selbst erzeugten Gift zur Strecke bringt. Mit seinen Hyphen (das sind fadenförmige Zellen) penetriert er das Würmchen und verdaut es dann von innen. Wir wünschen Guten Appetit und empfehlen Ihnen unsere Austernpilze aus regionaler Bioland – Erzeugung.

Wirsing

Ursprünglich kam Brassica oleracea convar. capitata var. Sabauda, der Wirsing, aus dem Mittelmeerraum, wie alle Kohlarten. Die französische Bezeichnung „chou de milan“ führt uns auf die richtige Spur. Aber mittlerweile finden wir ihn überall auf der Welt. Der besonders feine Verwandte von Rot- und Weißkraut hat überall Freunde – nicht nur wegen des Geschmacks sondern auch wegen seiner inneren Qualitäten. Wirsing enthält - wie andere Kohlarten auch - eine Vorstufe von Vitamin C, die durch Hitze erschlossen wird. Durch vor- sichtiges Garen wird Wirsing deshalb noch gesünder und leistet gerade in der kalten Jahreszeit einen wichtigen Beitrag zur Vitamin-CVersorgung und zur Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte. Übrigens, wer tüchtig Gemüse isst, kann sich das Einpfeifen von zusätzlichen Vitaminpräparaten sparen – das bringt nix. In den Wirsingblättern verbergen sich außerdem die Vitamine B1 und B2, Folsäure sowie Kalium, Calcium und Phosphor. So gesund Wirsing ist, so zurückhaltend ist er auch: sein dezenter Geschmack macht ihn zum idealen Begleiter für viele Speisen. 100 g Wirsingkohl bringen es gerade mal auf 31 Kilokalorien, bzw. 129 Kilojoule. Wirsingkohl ist natürlich auch Bestandteil der französischen Küche, die seit der frühen Neuzeit entscheidend kontinentaleuropäische Geschmacksgewohnheiten prägte. Jede Menge Rezepte zur französischen Küche und Wirsing finden Sie im Internet. Interessante Angebote finden Sie in unserem Sortiment. Zum Beispiel Wirsing aus französischer Erzeugung. Die Redewendung „Essen wie Gott in Frankreich“ hat sich wohl jemand ausgedacht. Richtig heißt es: „Leben wie Gott in Frankreich“ und bedeutet, dass es sich jemand bequem macht und nichts mehr zu tun hat. Als 1792 die Französische Revolution neben ihren Kindern auch noch Gott fraß, da war der „entmachtet“, hatte in Frankreich nichts mehr zu tun.